Vom Dachboden ins Museum
Bei einer Nachlasssichtung entdeckten wir ein Gemälde von Adolf Erbslöh, das seit 1931 als verschollen galt. Durch Provenienzforschung konnte das Werk identifiziert werden und ist heute im Franz Marc Museum zu sehen.
Manchmal schreibt die Kunstgeschichte die spannendsten Geschichten an den unwahrscheinlichsten Orten.
Bei einer Nachlasssichtung entdeckten wir auf einem Dachboden ein verstaubtes Gemälde. Schnell entstand der Verdacht, dass es sich um mehr als einen gewöhnlichen Kunstfund handeln könnte. Die Signatur ließ vermuten, dass es sich um ein Werk des Expressionisten Adolf Erbslöh handeln könnte.
Die Recherche führte uns zu einem Schwarzweißfoto im Werkverzeichnis des Künstlers. Dort fanden wir den entscheidenden Hinweis: Das Werk war zuletzt 1931 ausgestellt worden. Danach verlor sich seine Spur und das Gemälde galt als verschollen.
Durch intensive Provenienzforschung konnten wir die Geschichte des Bildes nachvollziehen. Besonders hilfreich war die direkte Verbindung zwischen dem damaligen Besitzer und der Familie, in deren Nachlass das Werk gefunden wurde. Dadurch ließ sich die Herkunft eindeutig belegen.
Nach dem Verkauf stellte der neue Eigentümer das inzwischen restaurierte Gemälde dem Franz Marc Museum für die Erbslöh-Ausstellung 2026 als Leihgabe zur Verfügung.
So wurde aus einem verstaubten Dachbodenfund ein kleines Stück wiederentdeckter Kunstgeschichte.
Wie wichtig ist daher ein geschulter Blick bei der Sichtung von Nachlässen.
